In Rom hat ein 13-jähriger Schüler am Freitag seine Lehrerin, Isabella Marsilio (66), brutal angegriffen. Der Vorfall fand an der Giovanni Verga Mittelschule im Stadtteil Centocelle statt, wo der Junge zunächst mit Pfefferspray auf die Lehrerin losging und sie anschließend dreimal mit einem Tauchmesser in die Achselhöhle stach. Diese erschreckende Tat wurde live über Telegram übertragen.
Der Angriff war gut durchdacht. Kurz vor der Tat veröffentlichte der Schüler einen Countdown auf TikTok, der von einem schwarzen Bildschirm mit der Aufschrift „-5 Stunden“ begleitet wurde. In der Schule versteckte er sich zunächst in der Toilette, wo er sich umkleidete, eine Schutzbrille und einen Helm anlegte, an dem ein Smartphone befestigt war, um das Geschehen zu filmen. Als er das Klassenzimmer betrat, war er bereits über einen Gruppen-Videoanruf verbunden. Ein mutiger Mitschüler konnte jedoch rechtzeitig eingreifen und den Angriff stoppen.
Die Lehrerin erlitt glücklicherweise keine lebensbedrohlichen Verletzungen und wurde umgehend ins Krankenhaus gebracht, wo sie noch am selben Tag entlassen werden konnte. Die Polizei nahm den Schüler im Schulgebäude fest, während die Ermittler nun seine technischen Geräte durchforsten, um mögliche Zuschauer des Livestreams sowie Komplizen oder Anstifter zu finden.
Hintergründe des Übergriffs
Das Motiv hinter dieser gewalttätigen Tat scheinen die schlechten Noten und die als unfair empfundenen Bewertungen des Schülers durch die Lehrerin im vorangegangenen Jahr zu sein. Isabella Marsilio steht kurz vor ihrem Ruhestand und hat sich bereits versöhnlich zu Wort gemeldet. Berichten zufolge äußerte sie, dass sie dem Jungen verzeihe und den Wunsch hege, ihn zu umarmen.
Rechtliche Konsequenzen
Nach italienischem Recht ist der 13-Jährige aufgrund seines Alters nicht strafmündig, was bedeutet, dass er nicht strafrechtlich belangt werden kann. Obwohl die Jugendstaatsanwaltschaft informiert wurde, konnte sie keine Haftanordnung erlassen.
Bildungsminister Giuseppe Valditara hat bereits mit der Schulleitung gesprochen und seine Unterstützung sowohl für die Lehrerin als auch für die gesamte Schulgemeinschaft bekundet. In einem Beitrag auf dem sozialen Netzwerk X setzte er sich für ein Verbot des Zugangs zu bestimmten sozialen Medien für Minderjährige unter 15 Jahren ein. Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich kürzlich in Deutschland, als eine Messerstecherei in Marsberg das Land erschütterte.
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Quellen: Bild, t-online
Bildquelle: Dickelbers via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
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