Frankfurt am Main: Mückenschutz wird nach Malaria-Fällen empfohlen
In der Umgebung des Frankfurter Flughafens sind erneut Malaria-Erkrankungen aufgetreten. Als Reaktion auf die Meldung über zwei neue Fälle hat die Stadtverwaltung die Bürger aufgefordert, entsprechende Mückenschutzmaßnahmen zu ergreifen. Das Gesundheitsamt rät zur Verwendung von chemischen Repellentien sowie zum Tragen schützender Kleidung, um Mücken abzuwehren.
Darüber hinaus wird empfohlen, Fliegengitter in Wohnungen anzubringen, um das Risiko von Mückenstichen zu minimieren. Trotz dieser Vorfälle betont das Gesundheitsamt, dass die Wahrscheinlichkeit einer Malaria-Infektion für die Allgemeinheit in Frankfurt als äußerst gering eingestuft wird. Die klimatischen Gegebenheiten in Deutschland sind weniger geeignet für den Lebenszyklus der Mücken und den Erreger der Malaria.
Am Dienstag wurde bekannt, dass zwei Anwohner aus dem Stadtteil Schwanheim, der in der Nähe des Flughafens liegt, an Malaria erkrankt sind. Die Infektion wird wahrscheinlich durch eine Mücke verursacht, die in einem Flugzeug nach Frankfurt gelangte. Bereits im vergangenen Sommer hatten sechs Mitarbeiter des Flughafens an der sogenannten Flughafen-Malaria erkrankt, darunter zwei, die verstarben. So unerwartet sind diese Fälle, die Fragen zur Herkunft aufwerfen.
Flughafen-Malaria: Seltene Fälle in Deutschland
Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) sind Flughafen-Malaria-Fälle, die im Umfeld von Flughäfen übertragen werden, in Deutschland äußerst selten. Eine Studie aus dem Jahr 2024 zeigt, dass im Jahr 2022 über 99 Prozent der in Europa registrierten 6131 Malariafälle aus Endemiegebieten importiert wurden. Seit 1969 wurden in Datenbanken 145 Malariafälle dokumentiert, bei denen sich die Betroffenen in Europa infiziert hatten.
Von diesen 145 Fällen wurden mindestens 105 als Flughafen-Malaria klassifiziert. Die meisten dieser Fälle traten in Frankreich (52 Fälle), Belgien (19 Fälle) und Deutschland (9 Fälle) auf. In Deutschland wurden acht Fälle in Frankfurt und einer in München verzeichnet. Oftmals lebten oder arbeiteten die Betroffenen in der Nähe internationaler Flughäfen.
Gepäck-Malaria und die Rolle der Umwelt
Zusätzlich wurden 32 Fälle von Gepäck-Malaria festgestellt, bei denen eine infizierte Mücke im Gepäck transportiert wurde, wobei der Infektionsort weit entfernt von einem Flughafen lag. In Deutschland gab es drei solcher Fälle. Bei weiteren acht Erkrankungen ist unklar, ob es sich um Flughafen- oder Gepäck-Malaria handelt. Die meisten Flughafen-Malaria-Fälle traten in den Sommermonaten auf, was darauf hindeutet, dass Umweltbedingungen entscheidend für das Überleben der infizierten Mücken am Zielflughafen sind.
Im Jahr 2024 hat das RKI in Deutschland insgesamt 934 Malaria-Fälle registriert, darunter vier Todesfälle. Die beiden neuen Malaria-Patienten in Frankfurt sind derzeit stationär in Behandlung. Aktuelle Informationen zu ihrem Gesundheitszustand wurden nicht veröffentlicht, und die Umstände ihrer Infektion werden derzeit untersucht, um mögliche Verbindungen zu den vorherigen Fällen zu klären.
Wachsamkeit wird gefordert
Das Gesundheitsamt in Frankfurt hat die Bevölkerung sowie medizinisches Fachpersonal dazu aufgerufen, bei Symptomen an Flughafen-Malaria zu denken. Zudem wird ein Mückenmonitoring durchgeführt, das nun auch auf den Stadtteil Schwanheim ausgeweitet wurde. Malaria zählt zu den potenziell lebensbedrohlichen Krankheiten, die durch Mückenstiche übertragen werden. Besonders gefährdete Personen können ernsthafte Komplikationen bis hin zu Koma und Tod erleiden. Der Einsatz von Mückenschutzmaßnahmen und prophylaktischen Medikamenten ist entscheidend, um einer Erkrankung vorzubeugen.
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Quellen: n-tv, tagesschau
Bildquelle: Alexander Popovkin auf Pexels
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