Subtropische Segelquallen erstmals an der Nordsee entdeckt
Vor der Küste von Sylt sind subtropische Segelquallen, die unter dem wissenschaftlichen Namen Velella velella bekannt sind, zum ersten Mal in deutscher Küstengewässern gesichtet worden. Diese Quallenart, deren Erscheinungsbild an kleine Segelboote erinnert, hat sich anscheinend aufgrund der steigenden Wassertemperaturen auf den Weg in die Nordsee gemacht. Für Menschen sind diese Tiere völlig harmlos und stellen keine Gefahr dar.
Erste Sichtungen und klimatische Veränderungen
Bereits Mitte Juli wurden die Quallen in Schottland entdeckt, bevor sie Anfang August auch an der Westküste Dänemarks auftauchten. Der Meeresbiologe Rainer Borcherding von der Schutzstation Wattenmeer sieht in diesem Ereignis ein klares Zeichen für die durch den Klimawandel verursachten Veränderungen in den Ozeanen. Er beschreibt die Segelqualle als einen „harmlosen Boten aus dem Süden“.
Vergangenheit und mögliche Risiken
Im letzten Jahr hatten Millionen dieser Quallen die Strände von Mallorca überflutet, was dort als Plage wahrgenommen wurde. Trotz dieser Vorfälle betrachtet Borcherding sie als ein „niedliches Naturwunder“. Allerdings könnte es auch sein, dass andere, potenziell gefährlichere Quallenarten, wie die Portugiesische Galeere oder die Mittelmeer-Leuchtqualle, in die Region vordringen. Diese können bei Kontakt schmerzhafte Hautverletzungen verursachen. Zudem ist es wichtig, die Auswirkungen solcher Veränderungen auf die Küstenökosysteme und die Fischerei zu beobachten, wie in dem Artikel Tintenfische erobern die Nordsee beschrieben wird.
Fortbewegung und Fortpflanzung der Segelquallen
Um sich an der Wasseroberfläche zu bewegen, nutzen die Segelquallen ein dreieckiges, schräg stehendes Segel. Ihr dunkelblauer Körper liegt unter einer ovalen, festen Scheibe, während sich darunter Fangtentakel befinden, die sie zur Beuteerfassung kleiner Planktonkrebse und Fischlarven verwenden. Der Wind hilft den Quallen, sich innerhalb eines Schwarms in dieselbe Richtung zu orientieren. Ihre Fortpflanzung erfolgt auf faszinierende Weise: Die erwachsenen Quallen geben winzige Tochterquallen frei, die in die Tiefe sinken, sich dort paaren und schließlich neue Segelquallen hervorbringen, die wieder zur Oberfläche gelangen.
Erwärmung der Meere und das Aufkommen neuer Arten
Forschungen zeigen, dass seit Beginn des 21. Jahrhunderts eine Zunahme wärmeliebender Arten in der Nordsee zu beobachten ist. Mit weiter fortschreitender Erwärmung der Meere nimmt dieser Trend zu. Fische, Krebse, Muscheln und andere Meerestiere, die einst hauptsächlich westlich des Ärmelkanals vorkamen, breiten sich zunehmend nach Norden aus. Ein aktueller Bericht des EU-Erdbeobachtungsprogramms Copernicus weist darauf hin, dass die globale Meeresoberflächentemperatur am vergangenen Wochenende mit 21,1 Grad einen neuen Rekordwert erreicht hat – der höchste Wert, der seit Beginn der Messungen 1979 registriert wurde.
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Quellen: Bild, tagesschau
Bildquelle: Maël BALLAND auf Pexels
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