Der Tod von Emma Bonino stellt einen schmerzlichen Verlust für die italienische und europäische Politik dar. Die 78-jährige Politikerin, die in den 1970er-Jahren als führende Stimme für Frauenrechte bekannt wurde, ist verstorben, wie ihre Partei Più Europa bestätigte.
Karriere und politische Bedeutung
Emma Bonino, die von 1995 bis 1999 als EU-Kommissarin für Verbraucherschutz, Fischerei und humanitäre Hilfe tätig war, hatte im Laufe ihrer Karriere zahlreiche Ämter in der italienischen Regierung inne. Zuletzt diente sie als Außenministerin und strebte 2013 nach dem höchsten Amt im Staat, der italienischen Präsidentschaft. Trotz ihrer Bemühungen wurde der damalige Amtsinhaber Giorgio Napolitano erneut gewählt.
Wegbereiterin für Frauenrechte
In einer stark katholisch geprägten Gesellschaft setzte sich Bonino als Mitglied der radikal-liberalen Partito Radicale für die Legalisierung der Abtreibung ein. Ihre eigene Erfahrung mit einer illegalen Abtreibung, die sie mit 26 Jahren durchführte, motivierte sie, sich für die Rechte von Frauen zu engagieren. Ihr Engagement erinnert an die Geschichte von Lucia Sisic, die tragischerweise im Alter von 22 Jahren verstorben ist.
Gesundheitliche Probleme und letzter Kampf
In den letzten Jahren war Bonino gesundheitlich stark angeschlagen. Eine Lungenkrebsdiagnose im Jahr 2015 führte dazu, dass sie häufig mit farbenfrohen Kopftüchern in der Öffentlichkeit auftrat. Nach mehreren Therapien gab sie an, geheilt zu sein, dennoch musste sie ab 2024 aufgrund von Atemproblemen regelmäßig behandelt werden.
Reaktionen auf ihren Tod
Giorgia Meloni, die amtierende Regierungschefin Italiens, würdigte Bonino auf der Plattform X, indem sie sie als „starke und unverwechselbare Stimme der italienischen Politik“ bezeichnete. Meloni betonte, dass trotz unterschiedlicher politischer Ansichten der Beitrag Boninos zur Gesellschaft anerkannt werden müsse. Auch EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola äußerte sich betroffen und bemerkte: „Europa, für das sie gekämpft hat, wird sie vermissen.“ In diesem Kontext gedenkt auch Simone Thomalla einer verstorbenen Weggefährtin aus der Fernsehlandschaft.
Fazit
Emma Boninos Tod hinterlässt eine Lücke in der politischen Landschaft Italiens. Ihr unermüdlicher Einsatz für Frauenrechte und ihre bedeutenden politischen Beiträge werden in Erinnerung bleiben. Bonino wird als eine der mutigsten und klarsten Stimmen in der Geschichte der italienischen Politik angesehen. Ihr Vermächtnis wird auch durch den Abschied von Erni Mangold, der österreichischen Theaterlegende, verstärkt.
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Quellen: t-online
Bildquelle: Francesco Pierantoni via Wikimedia Commons (CC BY 2.0)
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