Die Reaktion von Premierminister Mark Carney auf die vorübergehende Aussetzung der neuen Zölle war positiv. Er sagte, dass Kanada auf alle Eventualitäten vorbereitet sei und aus einer „Position der Stärke“ verhandle. Präsident Donald Trump hat entschieden, die Einführung neuer Zölle auf kanadische Waren für drei Tage auszusetzen, um die Verhandlungen über das umstrittene Öl-Pipeline-Projekt Keystone XL zu unterstützen.
Die Maßnahme sollte ursprünglich ab heute in Kraft treten und eine Erhöhung von 50 Prozent auf Importgebühren für eine Vielzahl kanadischer Produkte umfassen. Die Ankündigung kam kurz vor dem geplanten Inkrafttreten der Zölle, die unter anderem Wein, Hockeyschläger und Möbel betroffen hätten. Trump informierte über die Aussetzung der Zölle auf seiner Plattform Truth Social.
In den Stunden vor der Entscheidung fanden intensive Gespräche zwischen den Verhandlungsführern beider Länder statt. Carney äußerte sich nach einem Telefonat mit Trump optimistisch über die Fortschritte, wies jedoch darauf hin, dass noch viel Arbeit erforderlich sei, um zu einer Einigung zu gelangen.
Das Keystone XL-Projekt im Fokus
Das Keystone XL-Projekt ist seit fünf Jahren umstritten und wurde von Trumps Amtsvorgänger Joe Biden gestoppt. Trotz der Bedenken von Umweltschützern hat Trump wiederholt sein Interesse an einer Wiederbelebung des Projekts bekundet. Die Pipeline soll Öl aus Teersand von Alberta in die USA transportieren, wo es bis zur Küste des Golfs von Mexiko gepumpt werden soll. Umweltschützer hatten in der Vergangenheit erfolgreich gegen die Pläne mobilisiert, was zur Einstellung des Projekts im Juni 2021 führte.
Obwohl die neuen Zölle nur einen kleinen Teil der kanadischen Exporte in die USA betreffen würden, wären sie dennoch bemerkenswert, da sie auch Waren umfassen, die unter das nordamerikanische Freihandelsabkommen fallen. Carney hatte die geplanten Zölle als „direkten Verstoß“ gegen das Freihandelsabkommen kritisiert und betont, dass Kanada „gleichwertige Maßnahmen“ ergreifen werde. Trotz der Spannungen strebt Ottawa eine Einigung mit den USA an. Die Verhandlungen über die Bedingungen einer Fortsetzung des Freihandelsabkommens, das Trump während seiner ersten Amtszeit ausgehandelt hatte, sind derzeit im Gange.
Das Abkommen soll für 16 Jahre verlängert werden, jedoch zeigen sich die USA wenig kooperativ bei den Bedingungen. Solange sich keines der drei beteiligten Länder – den USA, Kanada und Mexiko – offiziell zurückzieht, bleibt das Abkommen in Kraft und wird jährlich verlängert. Trumps Pläne für die Straße von Hormus stehen ebenfalls im Fokus.
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Quellen: n-tv, t-online
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