Herausforderungen im Zusammenhang mit der Coesfelder Liste in Köln
Die Stadt Köln sieht sich mit ernsthaften Problemen konfrontiert, die aus der Coesfelder Liste resultieren, einer Aufstellung von 471 abgelehnten Asylbewerbern. Diese Liste wurde vor nahezu zwei Jahren von der Zentralen Ausländerbehörde in Nordrhein-Westfalen erstellt, um Hilfe bei der Abschiebung dieser Personen zu erhalten. Die Reaktion der Kölner Ausländerbehörde auf dieses Angebot war jedoch unzureichend, was zu einem beunruhigenden Anstieg von Straftaten unter den aufgeführten Personen geführt hat.
Berichten zufolge haben fast 33 Prozent der abgelehnten Asylbewerber, die auf dieser Liste stehen, Straftaten begangen. Genauer gesagt sind 152 Migranten aus dem Westbalkan seit Herbst 2024 in insgesamt 568 Straftaten verwickelt. Es bleibt jedoch unklar, wie viele dieser Personen bereits vor der Erstellung der Liste strafrechtlich in Erscheinung traten.
Reaktionen der Kölner Behörden und Maßnahmen
Im November 2024 erhielt die Kölner Ausländerbehörde ein Angebot von der Zentralen Ausländerbehörde, um Passersatzpapiere für die Abschiebung der 471 Personen zu beschaffen. Die Reaktion kam lediglich von der Abteilung, die für das Bleiberechtsprogramm zuständig ist. Diese wies das Angebot mit dem Hinweis zurück, dass eine Integration der betroffenen Personen angestrebt werde und bereits Sozialberater von Non-Profit-Organisationen involviert seien. Andere Abteilungen der Kölner Ausländerbehörde reagierten hingegen nicht auf das Angebot und baten nicht um Unterstützung.
In der Folge haben lediglich fünf Personen von der Coesfelder Liste die Stadt verlassen. Von den rund 500 betroffenen Asylbewerbern sind 218 im städtischen Bleiberechtsprogramm untergebracht, welches darauf abzielt, Langzeitgeduldeten einen Aufenthaltstitel zu gewähren.
Untersuchungen und Kommunikation zwischen den Behörden
Dörte Diemert, die Stadtdirektorin von Köln, wurde mit der Untersuchung des Verfahrens beauftragt. Sie bezeichnete die Kommunikation zwischen den zuständigen Behörden als „unglücklich und missverständlich“. Dennoch betonte Diemert, dass die zuständigen Stellen weiterhin an den ausreisepflichtigen Fällen arbeiten würden. Die Prüfung der Einzelfälle ist im Gange und wird zeigen, ob weiterer Handlungsbedarf besteht.
Das Bleiberechtsprogramm, das seit 2018 existiert, hat zum Ziel, langjährig geduldeten Personen einen gesicherten Aufenthaltstitel zu ermöglichen. Die Entscheidung über die Aufnahme in dieses Programm obliegt dem Kölner Ausländeramt. Laut dem nordrhein-westfälischen Ministerium für Flucht und Integration wurde die Unterstützung durch die Coesfelder Liste von der Stadt Köln unter Berufung auf das Bleiberechtsprogramm abgelehnt.
Hintergrund der Coesfelder Liste
Die Coesfelder Liste wurde auf Initiative des nordrhein-westfälischen Ministeriums für Flucht und Integration erstellt. Der Hintergrund dieser Maßnahme war ein Rückgang der Anmeldungen für Sammelchartermaßnahmen, die von den Herkunftsländern der betroffenen Asylbewerber durchgeführt werden sollten, während die Zahl der ausreisepflichtigen Personen weiterhin hoch blieb. Diese Situation hat in Köln für Aufregung gesorgt und wirft fundamentale Fragen zur Effektivität der Abschiebepolitik auf.
Quellen: n-tv, tagesschau
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