Im Rahmen des „Religionsmonitors“ der Bertelsmann Stiftung wird alle drei Jahre die Situation der deutschen Gesellschaft analysiert. Die jüngste Studie zeigt, dass das Vertrauen in die Regierung sowie das Gerechtigkeitsempfinden der Bevölkerung auf einem alarmierend niedrigen Niveau verharren. Positiv hervorzuheben sind jedoch die Fortschritte im gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Eine Umfrage, die im März durch das Infas-Institut mit 5231 befragten Erwachsenen durchgeführt wurde, verdeutlicht eine schwache Ausprägung sowohl des Vertrauens in die Regierung als auch des Gerechtigkeitsempfindens. Überraschend ist jedoch der Anstieg des gesellschaftlichen Zusammenhalts, der nach einem deutlichen Rückgang zwischen 2020 und 2023 von 46 auf 51 Punkte gestiegen ist.
Die Bertelsmann Stiftung hebt hervor, dass ein „neues konstruktives Miteinander“ dringend erforderlich ist. Die Politik muss den berechtigten Anliegen der Bürger ernsthaft Gehör schenken und Reformen gerecht gestalten. Angesichts der Herausforderungen durch Klimawandel, Pandemie, Kriege und wirtschaftliche Unsicherheiten nehmen viele Menschen stabile soziale Beziehungen wahr und sind bereit, Verantwortung für das Gemeinwohl zu übernehmen.
Das politische Interesse der Bevölkerung zeigt sich mit 65 Punkten relativ hoch, doch das Vertrauen in die Bundesregierung bleibt mit nur 37 Punkten niedrig. Besorgniserregend ist das Gerechtigkeitsempfinden, das mit 25 Punkten den niedrigsten Wert seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2017 erreicht hat. Viele Befragte empfinden die wirtschaftlichen Erträge in Deutschland als ungerecht verteilt.
Die Stiftung betont, dass Religion einen positiven Einfluss auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt ausüben kann. Religiöse Praktiken stärken soziale Beziehungen und fördern Hilfsbereitschaft sowie Engagement. Dabei ist weniger die Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft entscheidend, sondern die gelebte religiöse Praxis und die soziale Einbindung.
Um das Verhältnis zwischen Staat und Bürgern zu verbessern, rät die Bertelsmann Stiftung, Entscheidungen von Politik und Verwaltung transparenter zu kommunizieren und die Bevölkerung frühzeitiger sowie effektiver in Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Zudem sollten soziale Einrichtungen wie Nachbarschaftszentren, Bibliotheken, Kultur- und Jugendzentren sowie Sportvereine langfristig gesichert werden.
Die aktuelle Situation wird auch von der Medienlandschaft beeinflusst, die sich zunehmend auf Krisen und Konflikte konzentriert. Diese Tendenz könnte das Vertrauen in die Politik weiter untergraben und extremistischen Parteien Auftrieb geben. Kritiker fordern, dass Medien auch die positiven Aspekte des gesellschaftlichen Lebens stärker abbilden sollten, um ein ausgewogeneres Bild zu vermitteln.
Insgesamt zeigt die Untersuchung, dass trotz der Herausforderungen, mit denen die Gesellschaft konfrontiert ist, ein gewisser Fortschritt im sozialen Zusammenhalt erkennbar ist. Die Politik ist gefordert, auf die Bedürfnisse der Bürger einzugehen und das Vertrauen in die Institutionen zu stärken.
Quellen: n-tv, taz
Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.