Ausblick / Was als Nächstes zu erwarten ist: Die Unzufriedenheit unter den Soldaten der US-Streitkräfte wächst, insbesondere im Kontext des Iran-Kriegs. Immer mehr Militärangehörige ziehen in Erwägung, den Kriegsdienst zu verweigern, was auf eine tiefgreifende Krise innerhalb der Armee hindeutet.
Erwartung
Die Entscheidung vieler Soldaten, aus den Streitkräften auszutreten, könnte weitreichende Auswirkungen auf die Rekrutierung und die Moral innerhalb der Armee haben. Die anhaltende Unruhe könnte dazu führen, dass die US-Regierung ihre militärischen Strategien überdenkt und möglicherweise neue Maßnahmen zur Unterstützung der Soldaten einführt.
Aktueller Stand
Taylor Highland, ein Soldat in seinen 30ern, entschied sich im Frühjahr, die Streitkräfte zu verlassen, nachdem die USA und Israel den Krieg gegen Iran begonnen hatten. Der entscheidende Moment war ein Angriff auf eine Mädchenschule im südiranischen Minab, der am ersten Tag des Konflikts stattfand und mehr als 150 Menschen, darunter viele Kinder, das Leben kostete. Highland, der nicht mit seinem echten Namen genannt werden möchte, beschreibt, wie dieser Vorfall ihn zutiefst erschütterte und ihn dazu brachte, die Möglichkeit einer Kriegsdienstverweigerung in Betracht zu ziehen:
„Ich wollte herausfinden, ob meine Überzeugungen deckungsgleich sind mit den Gründen, mit denen der Dienst an der Waffe üblicherweise verweigert wird.“
Hintergrund
Die US-Streitkräfte haben eine lange Geschichte der Kriegsdienstverweigerung, die vor allem während des Vietnamkriegs an Bedeutung gewann. Obwohl die Wehrpflicht 1973 abgeschafft wurde, haben aktive Soldaten weiterhin die Möglichkeit, den Dienst zu verweigern. Highland berichtet, dass er unter seinen Kameraden nicht allein ist; er kennt etwa zwölf Soldaten, die ebenfalls diesen Weg eingeschlagen haben.
„Ich helfe den Menschen bei der Genesung, aber es ging dabei immer nur darum, dass sie sich gerade so weit erholten, um wieder von anderen beschossen zu werden oder wieder auf andere schießen zu können,“
erklärt er und verdeutlicht damit seine innere Zerrissenheit.
Risiken
Die Stimmung in den US-Streitkräften ist angespannt. Bill Galvin, der bei der GI Rights Hotline arbeitet, berichtet von einem Anstieg der Anfragen von Soldaten, die den Dienst verweigern möchten.
„Vor allem der Angriff auf die Mädchenschule – das spricht fast jeder an und sagt: Ich will nicht Teil einer Organisation sein, die so etwas tut,“
so Galvin. Im März, dem ersten Monat des Krieges, übernahm seine Organisation mehr als 80 neue Fälle zur Beratung, was fast doppelt so viele wie im gesamten Vorjahr sind.
Die Politik des Pentagon unter Verteidigungsminister Pete Hegseth wird ebenfalls als problematisch angesehen. Kritiker argumentieren, dass die gegenwärtige Ausrichtung der Armee, die sich gegen alles „Woke“ richtet, die Moral der Soldaten beeinträchtigt.
„Selbst, wenn man aus einem konservativen Umfeld kommt und vielleicht Sympathien für die Anti-Woke-Perspektive hegt, ist man unter Umständen in einer Einheit, in der einige der Leute, denen man sehr nahe steht, vielleicht schwul oder lesbisch sind. Da durchschaut man dann einige dieser Parolen,“
sagt Galvin und weist auf die Spannungen hin, die aus der politischen Rhetorik resultieren.
Die Entscheidung von Highland, die Streitkräfte zu verlassen, könnte auch finanzielle Konsequenzen haben, da er die Kosten für sein Medizinstudium zurückzahlen muss. Dennoch sieht er sich in der privilegierten Lage, als Arzt arbeiten zu können und empfiehlt anderen Soldaten, die ähnliche Zweifel haben, sich beraten zu lassen.
„Schließlich sind sie nicht allein,“
betont er.
Die Umbenennung des US-Verteidigungsministeriums in Kriegsministerium, die von Präsident Trump vorangetrieben wird, könnte ebenfalls die öffentliche Wahrnehmung und die interne Dynamik der Streitkräfte beeinflussen. Die gesetzliche Grundlage für diese Umbenennung hat bereits die erste Hürde im Repräsentantenhaus genommen und wartet nun auf die Zustimmung des Senats.
Quellen: tagesschau
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Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.