Die Diskussion um die Bestattungspläne für Andrew Mountbatten-Windsor, der als ehemaliger Prinz in die Geschichte eingehen wird, nimmt an Schärfe zu. Trotz seiner problematischen Verbindungen zu einem verurteilten Sexualstraftäter gibt es Anzeichen dafür, dass die britische Regierung weiterhin besondere Vorkehrungen für seine Beisetzung trifft. Dies führt zu heftiger Kritik aus verschiedenen gesellschaftlichen und politischen Kreisen.
Umstrittene Pläne für die Nachkriegszeit
Andrew Mountbatten-Windsor hat nahezu alle Privilegien eingebüßt, die ihn einst als Mitglied der britischen Königsfamilie auszeichneten. Dennoch scheint er für die Zeit nach seinem Tod mit einer besonderen Behandlung rechnen zu können. Nach Berichten zufolge soll er weiterhin auf einer geheimen Liste stehen, die von der britischen Regierung geführt wird und in der Details zu royalen Bestattungen festgehalten sind.
Diese Informationen stammen unter anderem aus einem Bericht der „Mail on Sunday“, der besagt, dass der Bruder von König Charles III. nach wie vor für eine hochrangige Beisetzung vorgesehen ist, obwohl er aufgrund seiner Verbindungen zu Jeffrey Epstein in der Kritik steht. So bleibt unverständlich, warum Andrew nicht von dieser Liste gestrichen wurde, was in öffentlichen und politischen Kreisen auf Empörung stößt.
Geheime „Bridge“-Pläne
Das besagte Verzeichnis bezieht sich auf die sogenannten „Bridge“-Pläne, die für den Fall des Todes hochrangiger Royals bereits im Voraus festgelegt werden. Die Beisetzung von Queen Elizabeth II. wurde unter dem Codenamen „Operation London Bridge“ vorbereitet, während die Bestattung ihres Mannes, Prinz Philip, unter „Operation Forth Bridge“ organisiert wurde.
Laut den vorliegenden Informationen bleibt das britische Kabinettsbüro für die Bestattungspläne von Andrew zuständig. Trotz der Skandale um ihn werden die entsprechenden Unterlagen weiterhin regelmäßig aktualisiert. König Charles III. hatte Andrew im Jahr 2025 den Titel „Königliche Hoheit“ sowie alle militärischen Ehren entzogen.
Ein möglicher Abschiedsort
Obwohl noch keine genauen Details zur Trauerfeier bekannt sind, wird eine Zeremonie in der St.-Georgs-Kapelle auf Schloss Windsor als wahrscheinlich angesehen. Dort fanden auch die Trauerfeiern für Queen Elizabeth II. und Prinz Philip statt. Der Royal Burial Ground in Frogmore könnte als letzte Ruhestätte in Betracht kommen, wo unter anderem auch Edward VIII. beigesetzt wurde, der 1936 auf den britischen Thron verzichtete.
Öffentliche Kritik wächst
Die andauernde Diskussion über die Bestattungspläne hat zu scharfer Kritik geführt. Die US-Anwältin Gloria Allred, die mehrere Opfer von Jeffrey Epstein vertritt, äußerte sich besorgt über die möglichen Signale einer solchen Zeremonie: „Andrew hat durch seine Verbindung zu Jeffrey Epstein Schande über die königliche Familie und das Vereinigte Königreich gebracht“ und fügte hinzu: „Welches Signal würde eine solche Zeremonie an Epsteins Opfer senden?“
Unterstützung erhielt Allred von britischen Politikern. Die konservative Abgeordnete Alicia Kearns unterstrich: „Es gibt keine Umstände, unter denen Andrew ein königliches Begräbnis zugestanden werden sollte.“ Der ehemalige Regierungsminister Norman Baker äußerte sich noch deutlicher: „Das muss ein Versehen sein. Mr. Mountbatten-Windsor ist ein Bürgerlicher und sollte keinesfalls ein königliches Begräbnis erhalten.“
Quellen: n-tv
Bildquelle: Stefan Flöper via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
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