Die Nachricht vom Tod des ehemaligen bosnisch-serbischen Generals Ratko Mladić trifft auf eine breite Resonanz. „Er ist nicht nur gestorben, sondern er hat auch die Verantwortung für unzählige Gräueltaten auf sich geladen“, sagte eine Überlebende des Srebrenica-Massakers. Mladić verstarb im Alter von 84 Jahren in der Haftanstalt der Vereinten Nationen, wie serbische Medien berichteten und ein hochrangiger UN-Vertreter bestätigte.
Der als „Schlächter von Bosnien“ bekannte Mladić war seit seiner Festnahme im Jahr 2011 in UN-Haft. 2017 wurde er in Den Haag wegen Völkermords, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bosnienkrieges zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. In den letzten Jahren litt er an gravierenden gesundheitlichen Problemen, darunter mehrere Schlaganfälle. Sowohl seine Familie als auch serbische Behörden hatten eine Verlegung in ein Militärkrankenhaus in Serbien gefordert, was jedoch vom Haager Gericht abgelehnt wurde. Sein Sohn hatte kürzlich von einem „stillen Mord an meinem Vater“ gesprochen.
Die Verurteilung und die Hintergründe der Kriegsverbrechen
Das UN-Kriegsverbrechertribunal für das ehemalige Jugoslawien sprach eine klare Verurteilung gegen Mladić aus, insbesondere in Bezug auf das Massaker von Srebrenica im Juli 1995, bei dem mehr als 8000 muslimische Männer und Jungen ermordet wurden. Dieses Verbrechen gilt als eines der schwersten in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg. Zudem wurde er für die jahrelange Belagerung von Sarajevo verantwortlich gemacht, bei der etwa 10.000 Menschen ums Leben kamen.
Die Richter stellten fest, dass Mladić zusammen mit anderen führenden Persönlichkeiten, darunter der ehemalige serbische Präsident Slobodan Milošević und Radovan Karadžić, eine „ethnische Säuberung“ zum Ziel hatte, um ein großserbisches Imperium zu schaffen. Munira Subasic, eine Überlebende des Massakers, bezeichnete ihn als Symbol der Gräueltaten, die während des Krieges begangen wurden.
Gesundheitszustand und Haftbedingungen
Nach dem Ende des Bosnienkrieges lebte Mladić viele Jahre im Untergrund, bevor er 2011 in Serbien gefasst wurde. Er leistete keinen Widerstand, war jedoch gesundheitlich stark angeschlagen. In den letzten Jahren verschlechterte sich sein Zustand zusehends, was mehrere Krankenhausaufenthalte nach sich zog. Anträge auf Haftentlassung aus gesundheitlichen Gründen wurden von den Richtern abgelehnt. Ein behandelnder Arzt der UN hatte kürzlich erklärt, dass der Tod des ehemaligen Generals jederzeit eintreten könne.
Obwohl in offiziellen Dokumenten der 12. März 1942 als Geburtsdatum von Mladić angegeben ist, wurde er tatsächlich am 8. März 1943 geboren. Seine lebenslange Haftstrafe wurde 2021 endgültig bestätigt, nachdem die Berufung abgelehnt wurde.
Quellen: n-tv, tagesschau
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