Thüringens BSW-Chefin Wolf scharfer Kritikerin von Wagenknecht und ihrer AfD-Nähe
Die Auseinandersetzung zwischen Katja Wolf, der Thüringer BSW-Vorsitzenden, und Sahra Wagenknecht, der Gründerin des BSW, eskaliert zunehmend. Wolf hat Wagenknecht für ihre Nähe zur AfD vehement kritisiert und festgestellt, dass diese damit eine eindeutige Grenze überschreite. Ihrer Meinung nach geht Wagenknecht nicht nur inhaltlich auf die extreme Rechte zu, sondern stellt sich auch als potenzielle Machtoption für diese zur Verfügung.
In einem eindringlichen Appell warnte Wolf, die Partei dürfe nicht leichtfertig der AfD zur Macht verhelfen. Eine Zusammenarbeit mit dieser rechtspopulistischen Partei sei für das BSW ausgeschlossen. Wolf bezeichnete die AfD als äußerst gefährlich und betonte, dass deren politische Agenda nicht im Interesse der breiten Bevölkerung liege, sondern rassistische sowie frauenfeindliche Positionen vertrete.
Wagenknechts Aussagen zur AfD und deren Implikationen
Wolf bezog sich konkret auf Aussagen von Wagenknecht, die andeutete, dass das BSW bereit sein könnte, einen AfD-Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt zu unterstützen. Angesichts der bevorstehenden Landtagswahl am 6. September in Sachsen-Anhalt äußert das BSW Bedenken, dass der Einzug ins Parlament möglicherweise nicht gelingt. Sowohl in Sachsen-Anhalt als auch in Thüringen wird die AfD als rechtsextrem eingestuft. Warum Merz in Sachsen-Anhalt vor einer entscheidenden Herausforderung steht.
In einem Interview erklärte Wagenknecht, dass das Ziel in Sachsen-Anhalt die Wahl eines überparteilichen Ministerpräsidenten sei, der mit einem Kompetenzkabinett und wechselnden Mehrheiten regieren solle, wobei auch die AfD einbezogen werden könnte. Sollte dieser Ansatz von den anderen Parteien nicht akzeptiert werden, plant das BSW, sich im dritten Wahlgang zurückzuhalten.
Wolf äußert Bedenken zu Wagenknechts Konzept
Wolf kritisierte das Konzept eines überparteilichen Ministerpräsidenten scharf und betonte, dass dieser Ansatz für Thüringen nicht zielführend sei. Ihrer Auffassung nach handle es sich hierbei nicht mehr um eine klassische Minderheitsregierung, sondern um eine riskante Technokratenregierung.
In einem Zeitungsinterview betonte Wolf, sie wolle nicht über die persönlichen Motive Wagenknechts spekulieren. Dennoch bemerkte sie, dass Wagenknecht offensichtlich enttäuscht sei, nachdem der Einzug in den Bundestag so knapp gescheitert sei. Wolf vermutet, dass Wagenknecht nun verzweifelt um Sichtbarkeit kämpfe und es ihr weniger um das Wohlergehen der drei Bundesländer gehe, in denen das BSW im Landtag vertreten ist, sondern vielmehr um die Zukunft ihres Lebenswerks, das eng mit ihrem Namen verbunden ist.
Wolf bleibt der Koalition treu
Trotz der Plagiatsvorwürfe gegen Thüringens Ministerpräsidenten Mario Voigt plant Wolf, an der Koalition mit der CDU und der SPD festzuhalten. Sie wies darauf hin, dass das Gutachten, das Voigt Plagiate in seiner Dissertation vorwirft, von der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag finanziert wurde, was Teil einer gezielten Kampagne sei. Bayaz warnt vor finanziellen Einschnitten: Ostdeutsche Fördermittel auf der Kippe
Wolf ist nicht nur die BSW-Landeschefin, sondern auch Finanzministerin in der sogenannten Brombeer-Koalition, die seit längerem in der Kritik von Wagenknecht und der Bundespartei steht. Trotz der Forderungen des BSW-Bundesvorstands, die Unterstützung für Voigt zu beenden, hat sich der BSW in Thüringen entschieden, weiterhin Teil der Landesregierung zu bleiben.
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Quellen: n-tv, Die Zeit
Bildquelle: xtranews.de via Wikimedia Commons (CC BY 2.0)
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