Die Erfahrungen von Claus-Dieter „Pele“ Wollitz zeigen, wie sehr der Wettskandal von 2009 die Karrieren im Fußball beeinflusst hat. Der Trainer von Energie Cottbus spricht in einem Podcast offen über die Belastungen, die ihm durch die Auseinandersetzung mit der Staatsanwaltschaft Bochum entstanden sind.
Konfrontation mit der Justiz
Wollitz, der damals Trainer des VfL Osnabrück war, musste sich mit schweren Vorwürfen auseinandersetzen, die sich um mehrere seiner Spieler rankten. Im Podcast erläutert er:
„Du sitzt bei dieser Staatsanwaltschaft und die stellen dir Fragen. Das war für mich unfassbar. Das war so niederträchtig, dass du wirklich das Gefühl hattest, ey, du bist ja auch jemand, der Spiele verschoben hat. Und das als Cheftrainer.“
Diese Situation stellte für ihn eine extreme Belastung dar und brachte ihn an die Grenzen seiner psychischen Belastbarkeit.
Die Ohnmacht der Situation
Wollitz beschreibt, wie er sich schließlich gegen die fortwährenden Fragen und Unterstellungen zur Wehr setzte:
„Und dann habe ich irgendwann gesagt, ey, pass auf. Leute, das reicht mir jetzt wieder. Keine Ahnung, was ihr von mir wollt. Aber das Spiel spiele ich jetzt hier nicht mehr mit, weil du wirst da so erdrückt. Und ich habe 100 Prozent reines Gewissen. Im Gegenteil. Ich bin Opfer dieser Geschichte.“
Obwohl er nie angeklagt wurde, empfand er die Situation als tiefgreifende Belastung. Sein damaliger Kapitän, Thomas Reichenberger, wurde zwar zuerst verdächtigt, konnte jedoch schließlich entlastet werden.
Langzeitfolgen des Skandals
Besonders belastend war für Wollitz ein Vorfall im Relegationsspiel gegen den SC Paderborn, bei dem sein Spieler Thomas Cichon einen Elfmeter vergab. Dies geschah in einer kritischen Phase des Spiels:
„Thomas Cichon war der sicherste Elfmeterschütze, den wir hatten. Der war so sicher, so cool und so kalt in solchen Situationen, im positiven Sinne. Und der verschießt plötzlich einen Elfmeter.“
Die Nachwirkungen des Skandals blieben lange in seinem Gedächtnis haften und führten zu einem ständigen Zweifel an den Leistungen seiner Spieler.
Ein neuer Anfang
Mittlerweile hat Wollitz einen Weg gefunden, mit den belastenden Erinnerungen umzugehen. Der jüngste Aufstieg mit Energie Cottbus hat ihm geholfen, die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Er erklärt:
„Heute habe ich meinen Frieden mit der Geschichte gemacht.“
Quellen: Bild
Bildquelle: Von LEAG_DE – Vertragsverlaengerung FC Energie/LEAG 2017, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=105376399
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