Der europäische Fußballverband UEFA hat seine Drohung eines Boykotts gegen die FIFA hinsichtlich der bevorstehenden U20-Weltmeisterschaft der Frauen offenbar zurückgezogen. Diese Entscheidung fiel, nachdem die Pläne des FIFA-Präsidenten Gianni Infantino, private Investoren in künftige WM-Geschäfte einzubinden, gescheitert waren. Die U20-WM der Frauen wird vom 5. bis 27. September in Polen ausgetragen und umfasst auch europäische Mannschaften.
Ursprünglich hatte die UEFA mit einem Boykott aller Wettbewerbe der FIFA gedroht, als die Investorenpläne bekannt wurden. Diese Drohung wurde jedoch wieder zurückgenommen, nachdem die FIFA verbindliche Zusicherungen gemacht hatte, dass ein ähnliches Modell in Zukunft nicht mehr zur Diskussion stehen wird. Der polnische Fußballverband hat ebenfalls klargestellt, dass es keine Informationen über einen möglichen Rückzug von teilnehmenden Mannschaften gibt.
Die U20-Weltmeisterschaft wird mit 24 Teams ausgetragen, wobei sechs davon aus Europa kommen. Deutschland wird nicht teilnehmen, hat sich jedoch bereits für die Frauen-WM im kommenden Sommer in Brasilien qualifiziert. Zudem haben die UEFA und ihre Rechtsbeistände eine Strafanzeige gegen Gianni Infantino vorbereitet, die bei Schweizer Gerichten eingereicht werden soll. Hierbei lautet der Vorwurf auf mögliche finanzielle Misswirtschaft in Zusammenhang mit den gescheiterten Plänen, WM-Gewinne an private Investoren zu verkaufen. Ein 56-seitiges Dokument verweist auf die strafbare Misswirtschaft gemäß Artikel 158 des Schweizer Strafgesetzbuchs.
Die Diskussion über Infantinos Führungsstil bleibt unter den Mitgliedsverbänden der UEFA sowie den Fan-Organisationen lebhaft. Diese haben eine Petition initiiert, die seinen Rücktritt und eine Reform des Weltverbands fordert. Die Vorwürfe gegen Infantino umfassen unter anderem seine geheime Beteiligung an der europäischen Superliga sowie eine erpresserische Ticketpolitik für die FIFA-Weltmeisterschaft 2026. Fan-Organisationen aus verschiedenen Kontinenten verlangen mehr Transparenz und effektive Kontrollmechanismen innerhalb der FIFA. Mats Hummels bezeichnete die gescheiterten Pläne von Infantino als einen der größten Skandale in der Geschichte des Sports und kritisierte ihn dafür, den Fußball verraten zu haben.
Mit dem bevorstehenden Turnier rückt die U20-Weltmeisterschaft der Frauen näher, während sich die Diskussionen um die Rolle von Infantino und die Zukunft des Fußballs weiterhin intensivieren.
Quellen: Focus, n-tv
Bildquelle: UEFA via Wikimedia Commons (Public domain)
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