US-Staatsverschuldung übersteigt 40 Billionen Dollar und beeinflusst die globale Wirtschaft
Die Schuldenkrise in Griechenland ist inzwischen Geschichte, während die Schuldenuhren in vielen Ländern unablässig weiterlaufen. In dieser Entwicklung nehmen die USA, unter Präsidentschaft von Trump, eine zentrale Rolle ein. Deutschland hingegen präsentiert sich im internationalen Vergleich stabiler, weist jedoch ebenfalls einige besorgniserregende Merkmale auf.
Laut einer Prognose der OECD wird die Staatsverschuldung der führenden Industrienationen in diesem Jahr einen neuen Höchststand erreichen. Der rapide Anstieg der US-Staatsverschuldung ist besonders alarmierend; im August überschritt sie die Marke von 40 Billionen Dollar (etwa 34,87 Billionen Euro). Allerdings sind die USA nicht die einzigen, die mit einer wachsenden Schuldenlast zu kämpfen haben.
Seit 2007 hat sich die Staatsverschuldung der 38 OECD-Staaten nahezu verdreifacht, von 22,5 Billionen Dollar auf 61 Billionen Dollar im Jahr 2025. Ein wesentlicher Treiber dieses Anstiegs sind die USA, deren Verbindlichkeiten in diesem Zeitraum von 9 Billionen auf 40 Billionen Dollar angestiegen sind. Täglich wächst die Schuldenlast in den USA um über sechs Milliarden Dollar, wie die Daten des US-Finanzministeriums zeigen.
Alarming Schuldendynamik in den USA
Die Schuldendynamik, wie sie von Björn Griesbach, Leiter der Kapitalmarkt- und makroökonomischen Forschung bei der Allianz Investment Management, beschrieben wird, ist alarmierend. Die Allianz zählt zu den führenden Kapitalanlegern weltweit und verwaltet ein Vermögen von über zwei Billionen Euro.
Für das laufende Jahr wird ein US-Haushaltsdefizit von etwa 5,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) prognostiziert, was nahe an historischen Höchstständen außerhalb von Rezessionen liegt. Griesbach warnt, dass ein wirtschaftlicher Rückgang das Defizit erheblich ansteigen lassen könnte; dieses Risiko betrifft ebenfalls Länder wie Frankreich, Italien, Deutschland und Japan. Auch das Kreditkarten-Dilemma in den USA zeigt, wie finanzielle Engpässe viele Amerikaner betreffen.
Steigende Schuldenquote der USA auf 124 Prozent
Wenn man die Schulden im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt betrachtet, wirkt der Anstieg der US-Verschuldung zunächst weniger besorgniserregend. Seit 2016 hat sich das US-BIP von 19 auf 32 Billionen Dollar erhöht. Dies führte dazu, dass die Verschuldungsquote von 107 auf 124 Prozent gestiegen ist.
Japan hält weltweit die höchste Schuldenquote von über 200 Prozent, wie die Daten des Internationalen Währungsfonds (IWF) belegen. Allianz-Ökonomin Katharina Utermöhl merkt an, dass dieser Trend ein globales Phänomen darstellt, das nicht nur die USA, sondern auch Länder wie Japan, Frankreich und Deutschland betrifft. Im internationalen Vergleich bleibt der Verschuldungsgrad Deutschlands mit knapp 65 Prozent niedrig, jedoch ist die Neuverschuldung hoch.
Rasantes Wachstum der Verschuldung in China
In den letzten zehn Jahren hat sich die Staatsverschuldung in China mehr als verdoppelt und wird voraussichtlich Ende dieses Jahres rund 107 Prozent des BIP erreichen. Gleichzeitig wird die Verschuldung des Privatsektors bis 2025 auf 313 Prozent ansteigen. Diese Entwicklung ist stark mit Chinas Exportstrategie verbunden, die auf umfangreiche Kreditfinanzierung setzt.
Fehlende Kriterien für problematische Verschuldung
Die Gefährlichkeit dieser Entwicklungen bleibt fraglich. Peter Bofinger, Ökonom aus Würzburg, weist darauf hin, dass es keine festen Grenzwerte gibt, ab wann hohe Verschuldung problematisch wird. Japan zeigt, dass es möglich ist, mit einer Schuldenquote von über 200 Prozent zu existieren, solange der Großteil der Schulden im eigenen Land gehalten wird.
Ein Risiko tritt auf, wenn ein Land in einer Fremdwährung verschuldet ist oder Kapital abfließt, was zu Währungsabwertung und Inflation führen kann. Für die USA wäre es kritisch, sollte das Vertrauen globaler Investoren in den Dollar, der als sichere Anlage gilt, schwinden.
Steigende Zinsen als Warnsignal für die USA
Ein Hinweis auf das schwindende Vertrauen in die USA zeigt sich im Anstieg der Rendite zehnjähriger US-Anleihen auf fünf Prozent, dem höchsten Stand seit 2007. Bofinger betont, dass die hohen Zinsen für US-Staatsanleihen darauf hindeuten, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auch für die USA nicht unbegrenzt positiv bleiben können. Zudem könnte die US-Militärpräsenz in Europa ebenfalls Auswirkungen auf die wirtschaftliche Stabilität haben.
Fiskalische Herausforderungen in anderen Ländern
Henning Potstada, Mitglied der Geschäftsführung bei DWS, bewertet die fiskalische Dynamik in einigen Ländern als bedenklich. Er hebt jedoch hervor, dass die USA strukturelle Vorteile genießen, wie den Dollar als globale Leitwährung und das hohe Wachstumspotenzial ihrer Wirtschaft.
Im Vergleich dazu haben Länder wie Italien, Spanien und Griechenland, die früher als Sorgenkinder galten, ihre Schulden reduziert. Potstada stellt fest, dass die fiskalische Lage in den USA zwar besorgniserregend ist, jedoch eine weltweite Schuldenkrise nicht unmittelbar bevorsteht.
Auswirkungen auf die Bürger
Für viele Menschen ist die Staatsverschuldung ihrer Regierung ein abstraktes Thema. Dennoch sind die Auswirkungen deutlich spürbar. Wachsende Schulden führen zu höheren Zinszahlungen, wodurch Regierungen weniger Mittel für Investitionen, Wohnungsbau oder soziale Leistungen zur Verfügung haben. Berechnungen des Ifo-Instituts zeigen, dass die Zinszahlungen der Bundesregierung bis 2030 von 50 Milliarden auf 100 Milliarden Euro jährlich steigen könnten. Auch die Frage, wie sich die Munitionsknappheit auf die US-Armee auswirkt, ist in diesem Kontext relevant.
Um diese Herausforderungen zu bewältigen, könnten Regierungen versuchen, Ausgaben zu kürzen oder Steuern zu erhöhen, was jedoch unpopulär wäre. Eine dritte Option, die direkt die Bürger trifft, wäre eine Erhöhung der Inflationsraten, die den Wert von Geld und Schulden mindern. Utermöhl von der Allianz betont, dass signifikante fiskalische Einsparungen oder Steuererhöhungen angesichts bevorstehender Wahlen und wachsendem Populismus unwahrscheinlich sind. Langfristig könnte eine Inflation der Schulden die einzig gangbare Lösung darstellen.
„`
Quellen: n-tv, Die Zeit
Bildquelle: Berlinwriter via Wikimedia Commons (CC0)
Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.