Vorsicht vor Eltifs und Immobilienfonds: Risiken für Anleger
Die Fondslandschaft ist für Privatanleger oft unübersichtlich und komplex. Aktuell im Mittelpunkt stehen die Eltifs (European Long-Term Investment Funds) sowie Immobilienfonds, die häufig als sichere Anlageformen beworben werden. Dennoch warnen Verbraucherschützer und Aufsichtsbehörden eindringlich vor den beträchtlichen Risiken, die nicht immer sofort erkennbar sind.
In Deutschland werden jährlich zwischen 250 und 300 neue Fonds aufgelegt, wobei einige davon als unseriös eingestuft werden. Daher ist es für Anleger entscheidend, sich umfassend zu informieren und mit Bedacht zu investieren.
Eltifs: Investitionsmöglichkeiten für Privatanleger
Eltifs eröffnen Privatanlegern den Zugang zu großangelegten Infrastrukturprojekten wie Windparks oder Krankenhäusern, die normalerweise nur institutionellen Investoren vorbehalten sind. Diese Fonds werden als „Anlage für alle“ angepriesen, was das Konzept attraktiv erscheinen lässt, da das investierte Geld direkt in die Wirtschaft fließt. Doch die Realität ist oft eine andere, wie zahlreiche Beispiele zeigen.
Fallstudie: Ein gescheiterter Eltif
Der „Hep Solar Invest Eltif“ ist ein deutliches Beispiel für die Risiken, die mit Eltifs verbunden sind. Obwohl der Fonds mit einer Laufzeit von 99 Jahren und einer jährlichen Rendite von 15,3 Prozent beworben wurde, wurde er nach nur einem Jahr liquidiert. Er konnte lediglich 0,6 Millionen Euro anstatt der angestrebten 50 Millionen Euro einsammeln, was die Skepsis der Anleger gegenüber den hochgesteckten Renditeversprechen verdeutlicht.
Die Rückabwicklung wirft zudem zusätzliche Fragen auf. Anleger, die in weitere Produkte der Hep Kapitalverwaltung AG investiert haben, warten nach wie vor auf Rückzahlungen und Zinsen in Höhe von rund 10 Millionen Euro. Die Firma beruft sich auf Regelungen, die Rückzahlungen verhindern sollen, wenn diese das Unternehmen in die Insolvenz treiben würden. Für die betroffenen Anleger bedeutet das, dass ihr Geld vorerst blockiert bleibt.
Immobilienfonds: Marktveränderungen und ihre Folgen
Offene Immobilienfonds, die lange Zeit als sicher galten, sind ebenfalls nicht vor Herausforderungen gefeit. Der „Leading Cities Invest“, verwaltet von der KanAm Grund Kapitalverwaltungsgesellschaft, ist ein Beispiel. Der Fonds wurde Ende Juni 2026 aufgelöst, nachdem es zu einem massiven Kapitalabzug kam. Gründe hierfür sind unter anderem die Konkurrenz durch höher verzinste Alternativen sowie steigende Zinsen, die die Finanzierungskosten für Immobilien in die Höhe trieben.
Die Wertentwicklung des Fonds war enttäuschend: In den zwölf Monaten bis Mai 2026 verlor er 24,6 Prozent seines Wertes, und in den beiden vorhergehenden Jahren jeweils über 12 Prozent. Die durchschnittliche Rendite betrug bei einer Haltefrist bis zum Ende minus 7,02 Prozent nach Kosten, was für Anleger, die auf eine stabile Wertentwicklung gehofft hatten, äußerst frustrierend war.
Gründe für Zurückhaltung bei Eltifs und Immobilienfonds
Verbraucherschützer warnen Privatanleger eindringlich davor, in Eltifs oder Immobilienfonds zu investieren. Die Gründe sind vielfältig:
- Langfristige Bindung: Anteile sind nicht börsentäglich handelbar, was bedeutet, dass das investierte Geld oft über Jahre oder sogar Jahrzehnte in Sachwerten gebunden bleibt.
- Intransparente Bewertung: Die Bewertung von nicht börsennotierten Firmenbeteiligungen oder Immobilien ist für Privatanleger kaum nachvollziehbar.
- Hohe Kosten: Verwaltungsgebühren, Initiatorenkosten und Ausgabeaufschläge schmälert erheblich die Rendite.
Besonders bedenklich ist, dass solche Fonds in den gesetzlichen Produktblättern häufig in niedrige Risikoklassen eingestuft werden. Dies geschieht, weil Sachwerte wie Immobilien keinen täglichen Kursschwankungen unterliegen. Das damit verbundene tatsächliche Risiko, das bis hin zum Totalverlust führen kann, wird dadurch jedoch verschleiert.
Schlussfolgerung: Sorgfältige Prüfung ist notwendig
Die Beispiele verdeutlichen, wie riskant vermeintlich attraktive Fonds tatsächlich sein können. Anleger sollten sich nicht von glänzenden Renditeversprechen und niedrigen Risikoklassen blenden lassen. Eine gründliche Prüfung jedes Investments ist unverzichtbar, und es kann ratsam sein, sich von unabhängigen Experten beraten zu lassen. Letztlich zählt nicht nur, wie viel investiert wird, sondern vor allem die Sicherheit der Geldanlage.
Quellen: t-online, MDR
Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.