Die Deko-Kette Depot wird sämtliche Filialen schließen, was zur Folge hat, dass rund 730 Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze verlieren. Der Geschäftsbetrieb der insolventen GDC Deutschland GmbH, die hinter Depot steht, wird zum 30. September 2026 eingestellt. An diesem Tag enden sowohl alle Arbeitsverhältnisse als auch die entsprechenden Mietverträge.
Bereits im Juni kündigte das Unternehmen die Schließung von 66 der etwa 150 Filialen an. Bis Anfang August kamen zusätzlich rund 30 weitere Standorte dazu. Ursprünglich war geplant, etwa 50 Filialen fortzuführen, doch auch diese Pläne sind gescheitert. Unternehmer Christian Gries äußerte, dass die finanziellen Ressourcen mittlerweile derart limitiert sind, dass selbst die nach der Insolvenz anfallenden Kosten nicht mehr gedeckt werden können. Ähnliche Probleme wurden auch bei der Pandion AG festgestellt, wo Großprojekte in der Schwebe sind.
Im Mai 2026 wurde die Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Gries macht die niedrige Konsumlaune der Kunden sowie die wachsende Konkurrenz durch asiatische Online-Plattformen für die finanzielle Notlage verantwortlich. Sanierungsexperte Alexander Höpfner von der Kanzlei ACT Tischendorf erklärte, dass die Finanzierung und der Fortbestand der Kette über den September hinaus nicht gesichert seien. Auf Anfragen zu den genauen Umständen der Insolvenz reagierten Gries und Höpfner bislang nicht.
Trotz der bevorstehenden Schließung hat Gries die Absicht, die Marke Depot nicht komplett aufzugeben. Er plant, die Marke in eine andere Gesellschaft zu überführen und mit einer erheblich reduzierten Belegschaft weiterzuführen. Gespräche mit Vermietern sollen aufgenommen werden, um neue Mietverträge auszuhandeln. Die Zukunft der verbleibenden Filialen bleibt jedoch unklar, und die Arbeitsplätze sind bereits verloren. In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage, ob Jobverluste im Dienstleistungssektor die Wirtschaft destabilisieren.
Zusätzlich verhandelt das Unternehmen über die Möglichkeit, kleinere Depot-Shops in Supermärkten wie Rewe oder Edeka zu eröffnen. Depot war einst einer der größten Deko-Händler in Deutschland und betrieb vor einigen Jahren noch etwa 400 Geschäfte. Bereits im Jahr 2024 meldete das Unternehmen Insolvenz an.
Die Lage von Depot ist kein Einzelfall. Der Einzelhandel in Deutschland sieht sich mit einer abnehmenden Kaufbereitschaft der Verbraucher und einem Anstieg des Online-Handels konfrontiert. Zuletzt haben auch andere Einzelhändler, darunter die Non-Food-Discounter Kodi und Mäc Geiz sowie die Baumarktkette Hellweg, Insolvenz angemeldet.
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Quellen: Bild, Merkur
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