Für Patienten, die an fortgeschrittenem Lungenkrebs leiden, sind die Möglichkeiten zur Behandlung oft stark begrenzt. In der Regel stehen ihnen nur Chemotherapie oder palliative Maßnahmen zur Verfügung. Ein neuartiges Medikament, entwickelt von Biontech, könnte jedoch frischen Hoffnungsschimmer für diese Patientengruppe darstellen.
Erfreuliche Ergebnisse aus der klinischen Studie von Biontech
In Kooperation mit dem US-Partner OncoC4 hat das Mainzer Biotechnologieunternehmen Biontech bedeutende Fortschritte mit einem neuen Wirkstoff erzielt. Bei der ersten Phase-3-Studie, die noch nicht für die Zulassung in Betracht gezogen werden kann, zeigten Probanden, die mit dem Antikörper Gotistobart behandelt wurden, eine nahezu Verdopplung der Überlebenszeit. Während die Teilnehmer ein mittleres Gesamtüberleben von 18,5 Monaten erreichten, kam die Kontrollgruppe, die das Standard-Chemotherapeutikum Docetaxel erhielt, nur auf eine Überlebenszeit von 10,0 Monaten.
Spezieller Fokus auf Plattenepithelkarzinom
Der neue Wirkstoff richtet sich gezielt an Patienten mit einem Plattenepithelkarzinom der Lunge, deren Erkrankung trotz vorheriger Immun- und Chemotherapie fortgeschritten ist. Biontech weist darauf hin, dass über die letzten zehn Jahre kaum Fortschritte in der Behandlung dieser schwer behandelbaren Patientengruppe erzielt wurden. Mehrere Phase-3-Studien in diesem Bereich sind gescheitert, was die Dringlichkeit neuer therapeutischer Ansätze unterstreicht.
Studienleiter Rama Balaraman äußert sich zu den Ergebnissen
Rama Balaraman, der für die Studie verantwortliche Leiter, erklärte, dass die Ergebnisse, sofern sie im laufenden, zulassungsrelevanten Teil der Studie bestätigt werden, potenziell die Standardtherapie für diese Patientengruppe verändern könnten. Momentan wird der zweite Teil der Studie an mehr als 160 Zentren weltweit durchgeführt.
Funktionsweise des Antikörpers Gotistobart
Der Antikörper Gotistobart zielt auf den Immun-Rezeptor CTLA-4 ab. Durch die Bindung an diesen Rezeptor soll die Anzahl der regulatorischen T-Zellen im Tumorumfeld verringert werden, was die körpereigene Immunantwort gegen den Krebs aktivieren könnte. In der Studie wurden bei 44,4 Prozent der Patienten, die mit Gotistobart behandelt wurden, schwere Nebenwirkungen festgestellt; in der Chemotherapie-Gruppe lag dieser Wert hingegen bei 48,8 Prozent.
Biontechs Engagement in der Krebsforschung
Lungenkrebs ist ein zentraler Forschungsbereich für Biontech. Aktuell arbeitet das Unternehmen an über 16 klinischen Studien, die verschiedene Ansätze zur Bekämpfung unterschiedlicher Subtypen dieser Krankheit erforschen. Die aktuellen Ergebnisse könnten somit nicht nur für die betroffenen Patienten von Bedeutung sein, sondern auch für die zukünftige Entwicklung von Therapien gegen Lungenkrebs insgesamt.
Quellen: n-tv, Reuters
Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.